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Slope Point NZ

Far South

Nach der Pinguinsichtung fahren wir weiter nach Süden Richtung Catlins. Dem rauen Wetter entgegen. Es dämmert schon, wo ist der Platz zum Übernachten? Wir finden einen an einer Bucht unter einem Baum. Auf dem Berg in Sichtweite steht ein Haus. Am nächsten Morgen stelle ich fest, dass die Zufahrt mit einem Pickup zugeparkt ist. Es war Carl, Earl oder Dan, ich weiß es nicht mehr. Lustiger Typ, wollte mal wissen, wer 'near my private Länd' herumsteht. Er war mal Chefschäfer von nem britischen Großgrundbesitzer. Stories hat er erzählt. Wir sind jetzt auf jeden Fall Kumpels. Also eigentlich er und der Unimog.

In letzter Zeit erwähne ich öfters 'The Länd'. Das liegt weniger am BW-Aufkleber als daran, dass das hier wie auch in den USA ein Riesenthema ist: my private land. Schön breit ausgesprochen, Länd eben. Und um das zu schützen, muss ein Zaun drum. Ist ja privat. So extrem hatten wir das auf unserer Reise nirgendwo erlebt. Vielleicht ist NZ auch der Heimat zu ähnlich.

Draußen friert man sich zu Tode und so entsteht ein Fahrtag in Zeitlupe. Wir müssen ja dauernd für Fotos anhalten. Am Nugget Point reißt der Himmel mal kurz auf und wir laufen zum Leuchtturm. Es gibt Robben, Pinguine und Albatrosse, und einen wunderbaren Blick auf den Pazifik.

Die Catlins sind sehr spärlich besiedelt. Es gibt schöne Tracks durch den urigen Regenwald. Unweit entfernt liegt die Curio Bay. Da gibt es im Wasser einen versteinerten Wald. Es schüttete, graue Wolken, Flut. Schlechte Aussichten für den versteinerten Wald, würde ich sagen. Weiter zum Slope Point. Ich wäre ja mit einmal Winken zufrieden gewesen. Es schüttet immer noch, waagrecht, wie in Hamburg. Aber es muss sein. Am südlichsten Punkt der Südinsel angekommen sind wir einseitig durchnässt. Während Eva die Umgebung kartografiert, lasse ich mich im Sturm trocknen. Eines ist sicher. Heute Abend brummt die Heizung.

Am Waipapa Point gibt es auch einen Leuchtturm, aus Holz, Kauri und Totara (Steineibe). Das Leuchthaus wurde in Schottland hergestellt. Der trotzt schon seit 1884 Wind und Wetter. Hier ist es so schön, kein Mensch, der Regen hat aufgehört, die Bäume wachsen mit dem Wind, ein Seelöwe am Strand und Abendstimmung. Hier bleiben wir. Dafür geht Eva sogar in den Sitzstreik.

Bluff ist der heimlich südlichste Punkt von NZ, genau genommen der Stirling Point, mit dekorativem Schild und den berühmten Austern. In Europa ist das mit den Austern einfach, Monate mit 'R' sind Austernmonate. Und hier? Wird uneinheitlich gehandhabt, sind immer gut. Gehen wir lieber nach Invercargill in den Baumarkt von Burt Munroe. Der hat 1967 mit seiner umgebauten Indian den offiziellen Landspeed Record mit 184,087 mph gesetzt. Crazy Kiwi, coole Story. Sein ganzes Zeug, Motorräder, ruinierte Kolben, Motoren, Pleuel, usw. steht in einem Baumarkt (e hayes) zum Anschauen. Nebenbei kann man auch Schrauben kaufen. Oder ne Stihl.

Jetzt sind wir ganz unten von NZ angekommen. Stuart Island sparen wir aus. Je südlicher, desto unwirtlicher die Bedingungen. Ist ja fast Antarktis. Eva hat unterwegs Tickets für das Schiff im Milford Sound gebucht. Es soll Sonnenschein geben.