So, jetzt sind wir da, in Queenstown. Angeblich die Abenteuer-Hauptstadt der Welt. Hier wurde der Bungee Jump erfunden. Bei der Ankündigung werde ich nervös und bekomme Schweißausbrüche. Hoffentlich lasse ich mich zu nichts überreden. Viel Verkehr hier, alle suchen Parkplätze. Wir wollen ein Ticket für die Seilbahn kaufen, Bergfahrt, weil wir runter laufen wollen. Gibt aber nur Talfahrt, oder Berg- und Tal. Noch heute grüble ich, welcher tiefere Sinn außer Kohle dahinter stecken könnte. Ich fand das jedenfalls bescheuert und wir haben Berg- und Tal gekauft und sind runtergelaufen. Das shiny happy people appointment für unseren Movie haben wir mit Würde absolviert. Ich finde den Film Weltklasse.
Alle in Bewegung, Rodelbahn, MTB, hiken, rennen, zip-linen. Wegen Holzeinschlag auf dem Weg war es ab und an verwirrend, wo es lang geht. Aber runter ist zumindest eine Richtung und auf OsmAnd ist auch jeder Weg drauf.
Dann wurde uns noch nahegelegt, den Burgerladen am Ort, irgendwas mit Ferg, unbedingt aufzusuchen. Die Schlange war dann doch beträchtlich und wir schlenderten noch etwas durch die Stadt. Eigentlich wollte ich bei einem der wenigen Tabakläden vorbei, aber da saß ein lebendiges Mordwerkzeug, und ich hab mich nichtmal getraut, in den Laden reinzurufen. So lebt man gesund. Also schnell weiter am Ufer des Lake Wakatipu entlang bis nahe Glenorchy, dann Broccoli Pasta und den Tag rekapitulieren. Cheers.
Glenorchy ist ein netter Ort abseits des Trubels von Queenstown. Von hier kann man einige Wanderungen beginnen, Kepler- und Routeburn-Track z.B.. Nach dem Ort fängt der Mount Aspiring National Park an, für mich einer der schönsten NP in NZ.
Im NP befinden sich auch einige LotR-Drehorte. Für einen LotR-Fan (zum letzten Mal: Lord of the Rings = Herr der Ringe) ist Eva wirklich spärlich ausgerüstet. Hätte mir da mehr Einsatz und Engagement erwartet. Eher zufällig stolpern wir über einzelne Drehorte und halten auf Verdacht, wenn irgendwo ein Minibus steht. Wortreich wird dann auf Webseiten verwiesen, die bei GPRS-Signal oder ohne Netz nicht erreichbar sind. Aber wir finden schon viele Drehorte, dann soll ich eine Figur spielen und ich kann mich nicht an die Szenen erinnern. Als wir das geschaut haben, war ich bestimmt in der Küche zugange. Besser hatten es die Teilnehmer der professionellen Touren. Die hatten alles, Verkleidung, Waffen, Drehbuch, Regieanweisungen. Gestritten haben sie aber auch, weil eine junge Frau nicht der Zwerg sein wollte.
Die eigentliche Mission ist, die Pounamu zu reinigen. Im Greenstone River. Für eine schöne Stelle am türkisfarbenen Fluss muss man ein bisschen klettern, aber dann ist es vollbracht. Jetzt muss jeder das des anderen tragen, mit Energie füllen und sich dann schenken. So will es die Māori-Tradition.
Bis heute glaubt Eva auch, ein vom Aussterben bedrohtes Vögelchen gesehen zu haben. Man vergleiche. Das ist schön da im Mount Aspiring NP, Buchenwälder, Seen, Flüsse, Wasser überall, regnet ja auch permanent, oder ziemlich oft. Und ein bissel Gravel und Flüsschen, durch die man fahren kann, woraus Eva dann ein völlig schwachsinniges Filmchen macht 🙄
Jetzt steht die Rückfahrt an durch karges Land, von Flüssen durchzogen, die Lupinen blühen. An der Ostküste, südlich von Kaikoura, passieren wir die Cathedral Cliffs. Ein letztes Mal übernachten wir auf der Südinsel.
Wir erreichen Marlborough mit seinen Weingütern. In der Nähe von Blenheim bei Scott gibt es Soft Shell Crab und Green Lip Mussels mit Sauvignon Blanc. Alles nochmal gut gegangen mit den Muscheln.
Abends setzen wir von Picton nach Wellington über. Die Sonne versinkt in der ruhigen See. Farewell Südinsel.
Ein Wehrmutstropfen hat die Sache. Wegen eines Erdrutsches war der Rückweg entlang der Westküste unpassierbar. So gingen auch Fox- und Franz-Josef-Gletscher an uns vorbei. Das muss man verkraften.